Zusammenführen zweier Items zu einer Variablen

Allgemeine Statistik mit R, die Test-Methode ist noch nicht bekannt, ich habe noch keinen Plan!

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philipp212
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Zusammenführen zweier Items zu einer Variablen

Beitrag von philipp212 » Di Nov 06, 2018 12:59 pm

Hallo zusammen,

in meiner Untersuchung möchte ich u.a. gerne prüfen, ob die subjektive Norm einen Einfluss auf die Akzeptanz von Personen hinsichtlich einer neuen Technologie nimmt. Die subjektive Norm beschreibt den Einfluss des sozialen Umfelds, beziehungsweise die Annahme einer Person darüber, was ihr soziales Umfeld hinsichtlich der Nutzung der neuen Technologie von ihr erwartet.
Hierzu habe ich die Zielgruppe befragt. Mein Fragebogen (und entsprechend auch mein Datensatz in R) enthält zur subjektiven Norm 2 Items (Einfluss durch Arbeitgeber und durch Kollegen) und zur Akzeptanz 1 Item.

Zur Berrechnung des p-Wertes würde ich gerne die Rangkorrelation nach Spearman anwenden, da ich ja den Zusammenhang zwischen subjektiver Norm und Akzeptanz untersuche. Die Rangkorrelation lässt aber ja nur 2 Variablen zu.
Meine Frage, zu der ich bisher einfach keine Lösung finde, ist, wie ich nun die beiden Items zur subjektiven Norm zu einer Variablen zusammenfassen kann, sodass ich für die Rangkorrelation die Variable "Akzeptanz" und die (neue) Variable "Subjektve Norm" verwenden kann?

Items zur subjektiven Norm:
V30.C1
V31.C1

Item zur Akzeptanz:
V25

Lasst es mich wissen, wenn ihr weitere Infos braucht.

Über eine hilfreiche Antwort würde ich mich sehr freuen.
LG Philipp

bigben
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Re: Zusammenführen zweier Items zu einer Variablen

Beitrag von bigben » Di Nov 06, 2018 2:15 pm

Hallo Philipp,
philipp212 hat geschrieben:
Di Nov 06, 2018 12:59 pm
Meine Frage, [...], ist, wie ich nun die beiden Items zur subjektiven Norm zu einer Variablen zusammenfassen kann
Ein sehr häufiger Weg wäre die Bildung einer Itemsumme, auch Skala genannt. Dafür wäre es jetzt aber vielleicht wichtig zu wissen, was Du unter einem Item verstehst, welche Antwortmöglichkeiten so ein item zulässt und ob man davon ausgehen darf, dass beide so gleichartiges messen, dass man nicht Äpfel mit Rot addiert.

LG,
Bernhard
---
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philipp212
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Re: Zusammenführen zweier Items zu einer Variablen

Beitrag von philipp212 » Di Nov 06, 2018 2:49 pm

Hallo Bernhard,

danke für deine Antwort.

Ich wollte damit ausdrücken, dass ich im Fragebogen die folgenden beiden Aussagen habe, die auf die subjektive Norm abzielen:

1 (V30.C1): "Ich nutze Fahrerassistenzsysteme, wenn mein Arbeitgeber dies von mir erwartet"
2 (V31.C1): "Wenn andere Berufskraftfahrer von einem Fahrerassistenzsystem begeistert sind, probiere ich dieses ebenfalls aus"

In beiden Fällen sollten die Befragen die genannten Aussagen beurteilen nach "Trifft überhaupt nicht zu" (Kodierung =1), "Trifft eher nicht zu" (Kodierung =2), "Trifft eher zu" (Kodierung =3) und "Trifft voll und ganz zu" (Kodierung = 4).

Zur Akzeptanz gab es die Frage: "Würden Sie die Technologie nutzen, wenn sie eingeführt wird?
Antwortmöglichkeiten: Ja (Kodierung = 1), Nein (2), Vielleicht, ich würde sie zumindest ausprobieren(3)

LG

philipp212
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Re: Zusammenführen zweier Items zu einer Variablen

Beitrag von philipp212 » Di Nov 06, 2018 6:37 pm

Kann ich unter den Voraussetzungen denn eine itemsumme bilden? Und wenn ja, wie mache ich das?

LG Philipp

bigben
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Re: Zusammenführen zweier Items zu einer Variablen

Beitrag von bigben » Mi Nov 07, 2018 8:59 am

Hallo Philipp,

eine Itemsumme würde unterstellen, dass beide Items etwas gemeinsames messen und nicht zwei verschiedene Dinge sind (müsste ein Psychologe/Soziologe/... beantworten) und dass die Abstände zwischen "Trifft überhaupt nicht zu" und "Trifft eher nicht zu" genauso groß sind wie zwischen den anderen Möglichkeiten. Ob man bereit ist, eine solch großzügige Annahme zu treffen, darüber kann man verschiedene Meinungen haben. Eine Rücksprache mit dem Betreuer Deiner Arbeit würde ich da für erforderlich halten.

In R wird es dann wieder einfach:

Code: Alles auswählen

cor.test(V30.C1 + V31.C1, V25)
(wenn das nicht laufen sollte bist Du selbst Schuld, weil Du kein reproduzierbares Minimalbeispiel gepostet hast.

Immer noch mir ziemlich vielen Annahmen aber schon deutlich eleganter wäre es, ein lineares Modell zu rechnen. Dabei müssten die Antwortoptionen immer noch als äquidistant angesehen werden, aber V30.C1 und V31.C1 könnten mit unterschiedlicher Wichtung ins Modell einfließen. Das wäre dann sowas wie

Code: Alles auswählen

summary(lm(V25 ~ V30.C1 + V31.C1))
Es gibt unzählige andere Varianten. Wie findest Du diese:

Code: Alles auswählen

library(rpart)
m <- rpart(V25 ~ V30.C1 + V31.C1)
plot(m)
text(m)
(ungetestet)

Am Ende kommt es darauf an
1. was Dein Betreuer denkt
2. was das eigentliche dahinterstehende Ziel ist
3. Wieviele Beobachtungen Du hast.

LG,
Bernhard
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