Daten transformieren / Modellberechnung

Wie rufe ich R-Funktionen auf, wie selektiere ich Daten, ich weiß nicht genau ....

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jakob77
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Daten transformieren / Modellberechnung

Beitrag von jakob77 » Mo Nov 11, 2019 4:14 pm

Liebes R-Forum,
Mein Name ist Jakob und ich bin am empirischen Teil meiner Doktorarbeit angelangt. Ich habe von ca. 300 SchülerInnen Daten zu drei Messzeitpunkten (MZP). Dabei wurde die Leistung und das Selbstkonzept mit an die Schulstufe angepassten Testinstrumenten erhoben.
1. MZP: ERT0+ (bis 71 Punkte) bzw. Selbstkonzept (Likertskala 1-4)
2. MZP: DEMAT 2+ (30 Punkte) und DIRG (150 Punkte) bzw. Selbstkonzept (Likertskala 1-4)
3. MZP: DEMAT 3+ (30 Punkte) und DIRG (150 +40 Punkte) bzw. Selbstkonzept (Likertskala 1-4)
Leider folgt die Verteilung des ERT0+ laut Kolmogorov-Smirnoff-Test keiner Normalverteilung.
Folgendes möchte ich machen:
Ich möchte hinsichtlich Geschlecht die Leistung bzw. das Selbstkonzept über die drei MZPe vergleichen. Wie selektiere ich Daten hinsichtlich einer Variablen? Mann-Whitney-u test anwenden? Wie kann ich die Leistungsdaten so transformieren, dass die MZPe vergleichbar sind? (z-Transformation durch nicht normalverteilten ERT0+ trotzdem möglich?)
Später möchte ich das Cross-lagged-panel-model und das Random-intercept-Model durch Berechnung vergleichen.
Bin für jede Hilfe äußerst dankbar.
Liebe Grüße aus Graz, Jakob

jogo
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Re: Daten transformieren / Modellberechnung

Beitrag von jogo » Di Nov 12, 2019 9:15 am

Hallo Jakob,

willkommen im Forum!
Hast Du die Daten schon eingelesen und kannst uns die Struktur der Daten zeigen?
Vielleicht kann ich dann besser verstehen, was Du erreichen möchtest.

Gruß, Jörg

bigben
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Re: Daten transformieren / Modellberechnung

Beitrag von bigben » Di Nov 12, 2019 11:55 am

Hallo Jakob,
jakob77 hat geschrieben:
Mo Nov 11, 2019 4:14 pm
Leider folgt die Verteilung des ERT0+ laut Kolmogorov-Smirnoff-Test keiner Normalverteilung.
Das ist bei n = 300 in der Regel nicht mehr von Belang. Die anderen vier Bögen folgen übrigens auch keiner Normalverteilung, selbst wenn der KS-Test das noch nicht zeigen sollte.
Wie selektiere ich Daten hinsichtlich einer Variablen?
Spätestens an der Stelle verstehe ich die Frage nicht.

LG,
Bernhard
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Programmiere stets so, dass die Maxime Deines Programmierstils Grundlage allgemeiner Gesetzgebung sein könnte

jakob77
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Re: Daten transformieren / Modellberechnung

Beitrag von jakob77 » Di Nov 12, 2019 6:10 pm

Liebes Forum, es tut mir Leid, mein Problem nicht klar dargestellt zu haben...Ich versuch es erneut,

Folgende Fragestellungen möchte ich bearbeiten.
Fragestellung 1: Gibt es in den ersten drei Jahren der Primarstufe Geschlechtsunterschiede in der Mathematikleistung?
Fragestellung 2: Gibt es in den ersten drei Jahren der Primarstufe Geschlechtsunterschiede im mathematischen Selbstkonzept?

Folgendes möchte ich demnach machen:

Jeder Messzeitpunkt hat eine Leistungskomponente. Diese möchte ich so transformieren, dass alle Komponenten (ERT,DEMAT,DIRG) vergleichbar sind. WIe? Z-Transformation?
Anschließend möchte ich die Leistung zum jeweiligen Messzeitpunkt hinsichtlich möglicher Geschlechtsunterschiede analysieren. Welchen Test, Befehl verwende ich da? T-test oder Mann-Whitney u-test?

Jeder Messzeitpunkt hat außerdem eine Selbstkonzeptkomponente. Diese möchte ich auch hinsichtlich möglicher Geschlechtsunterschiede analysieren.

Datenmaske:
Geschlecht: 1=weiblich, 2=männlich
Leistungsvariablen: ERT0+(1.MZP), DEMAT 2+ & DIRG Basis (2.MZP), DEMAT 3+ & DIRG Basis/M100(3.MZP)
Selbstkonzpetvariablen: SKM1, SKM2, SKM3

Folgende Fragestellungen 3&4 sind welche, denen ich mich später widmen werde. Falls aber jemand mit dem cross-lagged panel model oder dem random-intercept cross-lagged panel model zu tun hatte, würde ich mich über eine Antwort freuen.
Fragestellung 3: In welcher Beziehung stehen in den ersten drei Jahren der Primarstufe mathematische Leistung und Selbstkonzept im Vergleich zwischen CLPM und RI-CLPM?
Fragestellung 4: Gibt es in den ersten drei Jahren der Primarstufe Geschlechtsunterschiede in der Beziehung mathematische Leistung und Selbstkonzept hinsichtlich CLPM und RI-CLPM?

Liebe Grüße, danke für die bisherigen Antworten Bernhard und Jörg,
Jakob

bigben
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Re: Daten transformieren / Modellberechnung

Beitrag von bigben » Mi Nov 13, 2019 8:11 am

Hallo Jakob,
jakob77 hat geschrieben:
Di Nov 12, 2019 6:10 pm
Folgende Fragestellungen möchte ich bearbeiten.
Fragestellung 1: Gibt es in den ersten drei Jahren der Primarstufe Geschlechtsunterschiede in der Mathematikleistung?
Aus meiner Sicht sind das drei Studien die je einen t-Test als Hauptkriterium haben. Diese drei t-Tests sollten sich mit Mitteln der Metaanalyse dann zu einer gemeinsamen Auswertung zusammenfassen lassen. Ich bin da weder sehr bewandert noch erfahren, aber ich denke, dass die Funktion metacont im package meta diese Aufgabe für Dich übernehmen können sollte.
Kapitel 4 im Allgemeinen und Kapitel 4.1.2 im Besonderen aus diesem online-Buch stellen die Funktion vor: https://bookdown.org/MathiasHarrer/Doin ... fixed.html

Fragestellung 2: Gibt es in den ersten drei Jahren der Primarstufe Geschlechtsunterschiede im mathematischen Selbstkonzept?
Im Prinzip ähnlich, wenn nicht gleich.
T-test oder Mann-Whitney u-test?
T-Tests sind halt deutlich unkomplizierter hinsichtlich Effektstärkemaßen und deshalb könnte ich mir vorstellen, dass es leichter ist, Metaanalysemethoden zu finden, die darauf aufbauen (ich habe aber eigentlich keine Ahnung von Metaanalysen und deshalb könnte der Satz auch falsch sein). Auch wenn Deine Daten alles andere als normalverteilt sein sollten, so strebt deren Mittelwert bei zunehmendem n einer Normalverteilung entgegen ("Zentraler Grenzwertsatz"). Deshalb spielt Normalverteilung bei ausreichend hohem n keine praktische Rolle mehr. Manche geben n = 30 als Grenze an, ab der man sich beim t-Test über Normalverteilung keine Gedanken machen muss (das sind natürlich nur Daumenregeln, da darf jeder eine andere Zahl hinschreiben).

LG,
Bernhard
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